Ganerbschaftliches Bechtolsheim
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Niederadelige Ritter regieren seit dem Mittelalter das Dorf

Bei Ihrem Blick auf die Gemeinde aus dieser Richtung sehen Sie als markantestes Bauwerk die Simultankirche. Simultan bedeutet, dass die ab 1482 errichtete spätgotische Hallenkirche von beiden christlichen Konfessionen seit 1685 gleichberechtigt genutzt wird. Etwas oberhalb des Ortes können Sie das Gelände des Schützenvereins erkennen, am nordöstlichen Ende der Ortslage liegt das Gelände des Sportvereins. In der Ortslage finden Sie entlang der als Denkmalzone ausgewiesenen Langgasse das Rathaus von 1592, große Hofreiten, kleine Bauern- und Handwerkerhäuser und Tagelöhnerhäuschen. Der Gänsebrunnen ist Erinnerung an die vergangene Tradition des Gänsetreibens. Natürlich laden auch Weingüter zu Proben ein. In der Schlossgasse sind Reste der alten Bechtolsheimer Wasserburg zu erkennen. Die Gemeinde wurde 767 erstmals erwähnt und war im Mittelalter als reichsritterliche Ganerbschaft geführt. Derzeit leben ca. 1.700 Einwohner im beschaulichen Ort mit zunehmender Tendenz. Bechtolsheim freut sich auf Ihren Besuch.

An der Simultankirche sind sechs mittelalterliche Grabepitaphien zu besichtigen, die vom Leben prominenter Bechtolsheimer von damals berichten. Namentlich eines Ritters von Bechtolsheim (gest. 1339), des Johann Esel (gest. 1380), Heinrich Esel (gest.  1398), Latemus Esel (gest. 1400), des Limanis Bube von Geispitzheim (i. e. Gabsheim, gest. 1397) und des Peter Kämmerer von Worms genannt von Dalberg (gest. 1397). Das Grabmal einer bemerkenswerten Bechtolsheimerin steht in Gau-Odernheim: Lysa von Ingelheim (gest. 1519), Gattin des Bechtolsheimer Ganerben Eberhard Fetzer von Geispitzheim (gest. 1520), der Stifterin des kunsthistorisch überregional bedeutenden und bekannten Gestühles von Erhart Falckener aus dem Jahr 1496 in der Simultankirche in der Langgasse.


 

Kolorierte Federzeichnung für den geplanten Wiederaufbau der mittelalterlichen Wasserburg vom Beginn des 18. Jahrhunderts aus den Dalbergischen Akten im Hessischen Staatsarchiv zu Darmstadt (O1A-22/6-P22 Nr.1)

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